Ist ein Löschteich ein Biotop?

Natur oder künstliches Erholungsgebiet

Der Kommentar von Herrn Zach am Ende des NÖN Beitrages ist nicht vertrauenserweckend. Was ist an künstlich geschaffenem Grün bei einem Industriegebäude noch Natur?

Warum kann die Natur nicht so belassen werden, wie sie ist. Weder braucht das Wild einen von der EVN geschaffenen Rückzugsort noch die natur- und ruhesuchenden Menschen ein künstlich geschaffenes "Naherholungsgebiet"!

Die Wiesen u Felder sollen so bleiben wie sie sind! 

Ein Kraftwerk an einem alternativen, der EVN vorgeschlagenen Standorte, die sich ohnehin auch in der Nähe, aber eben im Gewerbegebiet befinden ... das wäre nachhaltiger Umweltschutz!

Anneliese Witzmann




Wie passt das zusammen?

Ortsentwicklungkonzept versus Kraftwerk

Das örtliche Entwicklungskonzept der Gemeinde Biedermannsdorf soll sicherstellen, dass, Zitat: "sich unser Ort so entwickelt, dass das Verkehrsaufkommen im Ort möglichst nicht erhöht und auf die Umwelt entsprechend Rücksicht genommen wird." 

Diese Örtliche Entwicklungkonzept darf kein Lippenbekenntnis werden. 

Die Hauptziele in diesem Zusammenhang sind:


ZIEL 12: Erhaltung und Weiterentwicklung landschaftsgliedernder Strukturen, Verbesserung der naturräumlichen Ausstattung der Agrarlandschaft durch folgene Maßnahmen:
(...) Ausweisung wichtiger Erholungs- und Landschaftsachsen; Ausweisung von Flächen zur vorrangigen Erhaltung der offenen Kulturlandschaft bzw. der landwirtschaftlichen Nutzung; Präzisierung der Funktion bestehender Grüngürtelwidmungen mittels entsprechender Zusatzbezeichnungen; Neuausweisung von landschaftsbildprägenden Gehölzstrukturen entlang von Gewässern als Grünland- Grüngürtel.


ZIEL 13: Erhaltung wichtiger Erholungs- und Landschaftsachsen.
Unser Ort verfügt mit dem Krottenbach, dem Mödlingbach, deren Uferbegleit-vegetation und begleitenden Wegestrukturen sowie der Schönbrunner Allee über linienförmige Grün- und Landschaftsachsen, die sowohl der Erholung der Bevölkerung dienen, als auch raumgliedernde Wirkung entfalten. Die Qualitäten der Grünverbindungen und Landschaftsachsen sollen erhalten werden. 

ZIEL 14:
Erhaltung der offenen Kulturlandschaft bzw. der landwirtschaftlichen Nutzung.
Die Förderung der landwirtschaftlichen Nutzung soll dabei im Vordergrund stehen. (...) Zudem soll das (landwirtschaftliche) Wegenetz erhalten werden, um nicht nur der landwirtschaftlichen Nutzung, sondern auch Freizeit
und Erholungsbedürfnissen
unserer Bevölkerung zu dienen. (...)


ZIEL 15:
Klare Abgrenzung des Siedlungsraums bzw. Eingrünung von Baulandflächen gegenüber der freien Landschaft.
Der Mödlingbach soll als natürliche Begrenzung des Siedlungskörpers bestehen bleiben. Baulandwidmungen südlich des Mödlingbachs sind hintanzuhalten. Bestehende Grünstrukturen sowie Erholungsräume im Nahebereich der bestehenden Uferbegleitvegetation sind zu erhalten und weiter zu entwickeln.

 



Nachgefragt

Unsere Fragen an die EVN und ihre Antworten darauf.

Im Folgenden veröffentlichen wir die Antworten der EVN auf unsere Fragen - ohne diese vorerst zu kommentieren. Selbstverständlich steht es Ihnen frei die Antworten kritisch zu hinterfragen.

1. Von welchen konkreten Standorten soll die Anlieferung des Rohstoffs Waldhackgut erfolgen?
EVN: Dies sind vor allem der Wienerwald, die Donau-Auen, das Leithagebirge und die Rosalia.

2. Wo werden die für die Rohstoffversorgung des Kraftwerks notwendigen Bäume gefällt bzw. Wald gerodet?
EVN: Das Waldhackgut stammt aus der Durchforstung und Waldpflege von Wäldern in einem Umkreis von 70 km. 

3. Welche Maßnahmen beinhaltet das bisher noch „geheime“ Verkehrskonzept für die Zu- und Abfahrt der LKW?
EVN: Die Zufahrtswege werden im Einvernehmen mit der Gemeinde Biedermannsdorf festgelegt. 

4. Warum wird Photovoltaik als wesentlich umweltschonendere Alternative nicht evaluiert?
EVN: Die EVN setzt massiv auf Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse bei der Strom- und Wärmeerzeugung. Bis 2030 soll die Naturstromerzeugung aus Windrädern verdreifacht und aus Photovoltaikanlagen verzehnfacht werden. Dazu wird die EVN ihren Beitrag leisten. Im Sinne des Klimaschutzes liegt die Zukunft auch nicht in einem Entweder/Oder, sondern es wird im Sinn der Allgemeinheit ein Sowohl/Als auch sein müssen. Photovoltaik zur Stromerzeugung ist sinnvoll, zur Naturwärme-Produktion sind Biomasse-Anlagen eine bessere Lösung, da sie ganzjährig rund um die Uhr Wärme erzeugen. 

5. Welche Haushalte in Biedermannsdorf kommen direkt !! in den Genuss des vom Kraftwerk zusätzlich erzeugten Stroms bzw. der Wärme- speziell in den Monaten Mai bis Oktober?
EVN: Alle Haushalte entlang der Fernwärmetrasse– zusätzlich zu den bestehenden Leitungen arbeiten wir auch an der Erschließung weiterer Gebiete. Insbesondere dort, wo der Wärmebedarf am größten ist.

6. Wie viele Haushalte in Biedermannsdorf werden durch die Anlage zusätzlich mit Wärme versorgt und wie hoch ist die dadurch erzielte CO2 –Einsparung in Biedermannsdorf?
EVN: Die Anzahl steht noch nicht fest und die Anschlüsse können jederzeit erfolgen. Besonders bestehende Objekte haben Wärmeversorgungen, bei denen die Umstellung auf Fernwärme meist bei Reinvestitionen vorgenommen wird. Seit dem Fernwärmeausbau in Biedermannsdorf konnten schon rund 7000 t CO2 Ausstoss eingespart werden. 

7. Wie viele Haushalte in Biedermannsdorf haben sich zur Umstellung ihrer Heizungen auf Fernwärme im Vorfeld bereit erklärt?
EVN: Siehe oben. Die Akquise erfolgt laufend und wir arbeiten auch aktuell an weiteren Vorteilen für die BiedermannsdorferInnen.

8. Wie beurteilen Sie die Rolle der EVN als Monopolist bei der Bereitstellung von Wärmeenergie?
EVN: Der Wärmemarkt ist ein Wettbewerbsmarkt. EVN Wärme bietet Ihren Kunden die Versorgung mit Naturwärme an – es gibt zahlreiche Alternativen in der Wärmeversorgung.

9. Wie viele Jahre benötigt der angekündigte „Sichtschutz“ um seinem Namen gerecht zu werden?
EVN: Der Sichtschutz wird schon mit Bäumen und Sträuchern erfolgen, die von Anfang an einen Sichtschutz darstellen. Auch hier werden wir die Gestaltung mit Gemeindevertretern abstimmen und Experten beratend zuziehen.

10. Das Kraftwerk soll ein „Klimameilenstein für Biedermannsdorf“ sein. Wie kommen Sie angesichts der zu den Fragen 5 und 6 zu erwartenden Antwort zu dieser Einschätzung?
EVN: Das Biomasseheizkraftwerk stellt die Versorgung mit regionaler Naturwärme sicher und ermöglicht den Ausbau des Netzes. 

11. Wie erfolgt Ihre Berechnung bzw. Einschätzung, dass durch die Anlage (Zitat.“ Für die Gemeinde Biedermannsdorf bedeutet sie außerdem einen großen Schritt Richtung Klimaneutralität: Pro Jahr können damit 25.000 Tonnen CO2 eingespart werden“) realisiert wird? 
EVN: Die Berechnung erfolgt über sogenannte Primärenergiefaktoren. Die Einsparung erfolgt gegenüber einer Wärmeerzeugung mit Erdgas.

12. Warum (Zitat: „Schon heute ist Biedermannsdorf in Sachen Raumwärme Teil einer absoluten Vorzeigeregion“) soll angesichts dieser Feststellung ein neues Kraftwerk ausgerechnet an diesem Standort errichtet werden?
EVN: Das Naturwärmenetz hat seit 2006 bereits 1.000.000 t CO2 Ausstoß vermieden. Um das Netz erweitern und weitere Kunden auch mit Naturwärme versorgen zu können braucht es das Biomasseheizkraftwerk. So kann in der Vorzeigeregion weiterhin fossiler Brennstoff eingespart werden.

13. Von wem wird (wurde) das notwendige Grundstück zu welchen Konditionen erworben?
EVN: Wir bitten um Verständnis, dass wir zu den getroffenen Vereinbarungen keine Auskunft geben können.

14. Mit welchen Konsequenzen und allenfalls negativen Auswirkungen ist durch die „Absenkung von 10 Metern“ des Kraftwerks für unsere Fischteiche und insbesondere für unseren Badeteich zu rechnen?
Lediglich das Kraftwerk soll um 10m abgesenkt werden – Wie bei Kellern, sollte auch diese Unterkellerung keine Auswirkungen auf Grundwasser, oder Teiche haben.

15. Warum wurde der Um- und Ausbau des Gaskraftwerkes in Wr. Neudorf zu einem Biomasseheizkraftwerk, als echter Beitrag zum Umweltschutz nicht in Erwägung gezogen?
EVN: Das Gasheizwerk dient lediglich zur Spitzenlastabdeckung und auch zur Ausfallsreserve für die Biomasseheizwerke. Das Biomasseheizkraftwerk Biedermannsdorf ermöglicht, dass weniger fossile Energieträger eingesetzt werden und ist somit ein echter Beitrag zum Umweltschutz.

16. War die im Dezember 2020 beschlossene Gesetzesänderung der NÖ Bauordnung Voraussetzung dafür, dass das Kraftwerk auf landwirtschaftlichen Grund (Grünland) ohne Umwidmung der Fläche gebaut werden darf?
EVN: Nein. Solche Anlagen konnten auch bislang schon im Grünland errichtet werden.

17. Ist eine allfällige Förderung durch das Land NÖ für den Kraftwerkbau an die EVN erfolgt oder geplant?
EVN: Nein. Solche Anlagen unterliegen den gesetzlichen Bestimmungen für den Ökostrombereich auf Bundesebene.

18. Ist diese im Hinblick auf die bestehende Beteiligung des Landes an der EVN rechtskonform?
EVN: Nein. Solche Anlagen unterliegen den gesetzlichen Bestimmungen für den Ökostrombereich auf Bundesebene. 

19. Inwieweit ist der gesetzlich verankerte Entzug des Mitspracherechts (Parteistellung) der Gemeinden im Genehmigungsverfahren für derartige Anlagen verfassungskonform?
EVN: Keine Antwort 

20. Wurde diese von den zuständigen Behörden oder der EVN geprüft?
EVN: Keine Antwort

21. Wurde von der EVN in Richtung dieser Gesetzesänderungen Lobbying betrieben?
EVN: Keine Antwort

22. Wurde die gesetzliche Änderung der Bauordnung durch den NÖ Landtag im Dezember 2020 von der EVN veranlasst oder beeinflusst?
EVN: Keine Antwort


EVN Pressesprecher, 
Stefan Zach hält zu den nicht beantworteten Fragen fest:

"Für die Fragen 19. bis 22. ist die EVN der falsche Ansprechpartner. Das Projekt wird im Einklang mit allen geltenden rechtlichen Vorschriften und Genehmigungsschritten errichtet und betrieben werden. Es ist weder Teil dieses Projekts noch der Geschäftstätigkeit der EVN, gesetzliche Rahmenbedingungen zu erwirken oder zu verändern." 





mehr als 80% sagten -                nein zum Kraftwerk
Danke für Ihre Unterstützung bei der Volksbefragung